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Gabriel Bach. Der Ankläger und der Eichmann-Prozess (2010)
 Der Ankläger und der Eichmann-Prozess

Author: F. Gutermuth & W. Schoen

Gabriel Bach. Der Ankläger und der Eichmann-Prozess (2010)

Gabriel Bach. Der Ankläger und der Eichmann-Prozess (2010)

Gabriel Bach und die Flucht aus Deutschland
Es ist die Geschichte von Gabriel Bach, der am 13. März 1927 in Halberstadt in eine jüdische Familie hineingeboren wird. Nur zwei Monate später folgt der Umzug nach Berlin: Der Vater ist Generaldirektor der Hirsch-Kupfer- und Messingwerke und das Unternehmen verlagert seinen Standort in die Reichshauptstadt. Victor Bach ist einer der führenden Zionisten Deutschlands. Gabriel wird selbstredend die Theodor-Herzl-Schule besuchen – Adresse 1933:Adolf-Hitler-Platz.

Doch die politischen Entwicklungen nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten 1933 machen der jungen Familie das Leben zunehmend unerträglichschwer. Der Vater zieht die Konsequenz: Zwei Wochen vor dem Novemberpogrom 1938 glückt die Flucht aus Berlin ins Nachbarland Holland. 1940 zeichnet sich der deutsche Einmarsch ab. In letzter Minute, bevor die Truppen Nazi-Deutschlands Holland besetzen, begibt sich Familie Bach erneut auf die Flucht. Sie entkommen nach Palästina – eine Entscheidung, die alle diese furchtbare Zeithat überleben lassen.

Adolf Eichmann, Hauptorganisator des Holocaust
Bis zuletzt setzt Eichmann alles daran, die „Endlösung der Judenfrage“ zu vollstrecken. Selbst als sich die militärische Niederlage mit dem Vorrücken alliierter Truppen immer deutlicher abzeichnet, definiert er 1944 unmissverständlich: „Zumindest den Krieg gegen die Juden gelte es zu gewinnen, wenn schon alles verloren ist.“

Doch was treibt diesen Mann an, was sind seine Motive? Wie ist er zu diesem kühlenBürokraten geworden, der bedenkenlos Millionen von Juden in den Tod schickte?

Quälende Fragen, mit denen sich der junge Gabriel Bach beim Prozess konfrontiert sehen wird.

Strafsache 40/61: Gabriel Bach und der Eichmann-Prozess
Gabriel Bach wird 1960 als Verantwortlicher und juristischer Berater der ermittelnden Polizeibehörde die Untersuchung gegen Eichmann leiten. Bach ist im gleichen Gefängniskomplex untergebracht und für Eichmann direkter Ansprechpartner. In dem acht Monate andauernden Verfahren als stellvertretender Chefankläger stellt er sich seiner Verantwortung an der Seite von Gideon Hausner.

Doch Bach nimmt eine weitere Rolle ein: Er ist deutscher Jude, ein „Jecke“ wie man in Israel mit zuweilen abwertendem Unterton sagt. Diese Tatsache aber verleiht der Anklageführung eine bisher kaum beachtete Dimension: Ein Jude mit deutschem Hintergrund, der mit seiner Familie nur knapp dem Holocaust entronnen ist, repräsentiert die Gerichtsbarkeit und damit Handlungsfähigkeit des jüngst geschaffenen Judenstaates Israel. Drastischer kann Adolf Eichmann das Scheitern seiner kühl vom Schreibtisch aus geplanten „Endlösung der Judenfrage“ wohl kaum vor Augen geführt werden.

„Der wichtigste Prozess in meinem Leben“
Am 11. Dezember 1961 wird Adolf Eichmann in allen Anklagepunkte schuldig gesprochen und zum Tod durch den Strang verurteilt. Das Urteil wird in der Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni 1962 vollstreckt, seine Asche über dem Mittelmeer verstreut.

Es ist der wichtigste Prozess im Leben von Gabriel Bach und er weiß um seine Bedeutung: Den Holocaust für die Nachwelt so umfassend und unantastbar zu dokumentieren, dass er niemals geleugnet und damit das Existenzrecht Israels angezweifelt werden kann.





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